Name

swat — Samba-Web-Administration-Tool.

Synopsis

swat [-s <smb-Konfig-Datei>] [-a]

BESCHREIBUNG

Dieses Werkzeug ist Teil der Samba(7)-Suite.

swat ermöglicht einem Samba-Administrator, die komplexe Datei smb.conf(5) über einen Webbrowser zu konfigurieren. Eine swat-Konfigurationsseite enthält außerdem Links auf alle konfigurierbaren Optionen in der Datei smb.conf, so dass ein Administrator schnell die Auswirkungen einer Änderung nachschauen kann.

swat wird von inetd ausgeführt.

OPTIONEN

-s smb-Konfigdtei

Der Standardpfad zur Konfigurationsdatei wird zum Zeitpunkt der Kompilierung bestimmt. Die angegebene Datei enthält die Konfigurationsdetails, die der smbd(8)-Server benötigt. Dies ist die Datei, die swat ändert. Die Information in dieser Datei enthält serverspezifische Angaben, z.B. welche printcap-Datei verwendet werden soll, ebenso wie Beschreibungen aller Dienste, die der Server anbietet. Siehe smb.conf für weitere Informationen.

-a

Diese Option deaktiviert die Authentifikation und versetzt swat in den Demomodus. In diesem Modus kann jeder die Datei smb.conf verändern.

WARNUNG: Aktivieren Sie diese Option NICHT auf einem Server in Produktion!

-V

Gibt die Versionsnummer des Programms aus.

-s <Konfigurations-Datei>

Die angegebene Datei enthält die Konfigurationdetails, die der Server benötigt. Die Information in dieser Datei ist zum Teil Server-spezifisch, z.B. welche printcap-Datei benutzt werden soll, enthält aber auch Beschreibungen aller Dienste, die der Server anbieten soll. Siehe smb.conf für weitere Informationen. Der Standardname der Konfigurationsdatei wird beim Kompilieren bestimmt.

-d|--debug=Debug-Ebene

Debug-Ebene ist ein Integer von 0 bis 10. Falls dieser Parameter nicht angegeben wird, ist der Vorgabewert dafür Null.

Je höher der Wert ist, desto mehr Details über die Serveraktivität werden in den Log-Dateien abgespeichert. Auf der Ebene 0 werden nur kritische Fehler und ernstzunehmende Warnungen geloggt. Ebene 1 ist eine vernünftige Ebene beim alltäglichen Betrieb - dabei wird eine kleine Informationsmenge über die ausgeführten Operationen erzeugt.

Die Ebenen höher als 1 erzeugen beachtliche Mengen von Logdaten, und sollten nur bei der Suche nach Problemen verwendet werden. Die Ebenen größer als 3 sind nur für Entwickler gedacht und erzeugen RIESIGE Mengen an Logdaten, von denen die meisten extrem kryptisch sind.

Beachten Sie, dass durch die Angabe dieses Parameters an dieser Stelle der Parameter log level in der Datei smb.conf überschrieben wird.

-l|--logfile=logbasename

Dateiname für Log-/Debug-Dateien. Die Dateierweiterung ".client" wird angefügt. Die Log-Datei wird vom Client niemals entfernt.

-h|--help

Gibt eine Zusammenfassung der Kommandozeilenoptionen aus.

INSTALLATION

Swat ist als Binärpaket in den meisten Distributionen enthalten. In diesem Fall kümmert sich der Paketmanager um die Installation und Konfiguration. Dieser Abschnitt ist nur für jene gedacht, die swat selbst neu kompiliert haben.

Nachdem Sie SWAT kompiliert haben, müssen Sie make install ausführen, um die swat-Binärdatei und die verschiedenen Hilfedateien und Bilder zu installieren. Eine Standardinstallation würde diese an folgende Orte platzieren:

  • /usr/local/samba/sbin/swat

  • /usr/local/samba/swat/images/*

  • /usr/local/samba/swat/help/*

Inetd-Installation

Sie müssen Ihre Dateien /etc/inetd.conf und /etc/services editieren, damit SWAT von inetd gestartet werden kann.

In /etc/services müssen Sie eine Zeile wie die folgende einfügen:

swat 901/tcp

Eine Bemerkung für NIS/YP- und LDAP-Benutzer - eventuell müssen Sie die NIS-Dienstezuordnungen neu erstellen statt ihre lokale Datei /etc/services zu ändern.

Die Wahl der Portnummer ist nicht wirklich wichtig, sie muss nur kleiner als 1024 sein und darf gerade nicht verwendet werden (eine Zahl größer als 1024 zu verwenden, stellt ein obskures Sicherheitsloch dar, je nach Implementierungsdetails Ihres inetd-Daemons).

In /etc/inetd.conf sollten Sie eine Zeile wie die folgende einfügen:

swat stream tcp nowait.400 root /usr/local/samba/sbin/swat swat

Nachdem Sie /etc/services und /etc/inetd.conf editiert haben, müssen Sie ein HUP-Signal an inetd senden. Dazu verwenden Sie kill -1 PID, wobei PID die Prozess-ID des inetd-Daemons ist.

STARTEN

Um SWAT zu starten, rufen Sie einfach Ihren bevorzugten Webbrowser auf und geben die Adresse "http://localhost:901/" ein.

Beachten Sie, dass Sie sich mit SWAT von einem beliebigen, über IP verbundenen Rechner verbinden können, aber eine offene Verbindung von einem entfernten Rechner aus ist anfällig für Passwortschnüffeleien, da die Passwörter im Klartext über die Leitung gehen.

DATEIEN

/etc/inetd.conf

Diese Datei muss passende Startupinformationen für den Meta-Daemon enthalten.

/etc/services

Diese Datei muss eine Zuordnung von Dienstname (z.B. swat) auf Dienstport (z.B. 901) und Protokolltyp (z.B. tcp) enthalten.

/usr/local/samba/lib/smb.conf

Dies ist der vorgegebene Ort der Server-Konfigurationsdatei smb.conf(5), die swat bearbeitet. Andere Orte, an denen diese Datei von verschiedenen Systemen platziert wird, sind /usr/samba/lib/smb.conf und /etc/smb.conf. Diese Datei beschreibt alle Dienste, die der Server den Clients zur Verfügung stellt.

WARNUNGEN

swat überschreibt Ihre Datei smb.conf(5). Es ordnet die Einträge um und löscht alle Kommentare sowie die Optionen include= und copy= . Wenn Sie Ihre Datei smb.conf sorgfältig zusammengestellt haben, sollten Sie ein Backup davon machen oder swat nicht benutzen!

VERSION

Diese Manpage ist korrekt für die Version 3.0 der Samba-Suite.

SIEHE AUCH

inetd(5), smbd(8), smb.conf(5).

AUTOR

Die originale Samba-Software und die zugehörigen Werkzeuge wurden von Andrew Tridgell geschrieben. Samba wird nun vom Samba-Team als ein Open-Source-Projekt entwickelt, ähnlich wie der Linux-Kernel.

Die originalen Samba-Manpages wurden von Karl Auer geschrieben. Die Manpage-Quelltexte wurden ins YODL-Format konvertiert (ein weiteres exzellentes Stück Open-Source-Software, verfügbar unter ftp://ftp.icce.rug.nl/pub/unix/) und für die Samba 2.0-Release von Jeremy Allison aktualisiert. Die Umwandlung ins DocBook-Format wurde von Gerald Carter für Samba 2.2 durchgeführt. Die Umwandlung in DocBook für XML 4.2 wurde von Alexander Bokovoy für Samba 3.0 durchgeführt.