Name

smbsh — Erlaubt den Zugriff mit UNIX-Befehlen auf entfernte SMB-Freigaben.

Synopsis

smbsh [-W Arbeitsgruppe] [-U Benutzername] [-P Präfix] [-R <Namensauflösungsreihenfolge>] [-d <Debugebene>] [-l Logverzeichnis] [-L Libverzeichnis]

BESCHREIBUNG

Dieses Werkzeug ist Teil der Samba(7)-Suite.

Dank smbsh können Sie mit UNIX-Befehlen wie ls, egrep und rcp auf ein NT-Dateisystem zugreifen. Sie müssen nur eine Shell verwenden, die dynamisch gelinkt ist, damit smbsh korrekt funktioniert.

OPTIONEN

-W Arbeitsgruppe

Überschreibt die Standardarbeitsgruppe, die im Parameter workgroup der Datei smb.conf(5) für diese Sitzung angegeben ist. Das ist eventuell notwendig, um sich mit einigen Servern verbinden zu können.

-U Benutzername[%Passwort]

Setzt den SMB-Benutzernamen oder den Benutzernamen und das Passwort. Falls diese Option nicht angegeben ist, wird der Benutzer sowohl nach einem Benutzernamen als auch nach einem Passwort gefragt. Falls %Passwort nicht angegeben wird, wird der Benutzer nach einem Passwort gefragt.

-P Präfix

Mit dieser Option kann der Benutzer den Verzeichnispräfix für den SMB-Zugriff setzen. Ohne Angabe dieser Option lautet der Vorgabewert für diesen Wert smb.

-s <Konfigurations-Datei>

Die angegebene Datei enthält die Konfigurationdetails, die der Server benötigt. Die Information in dieser Datei ist zum Teil Server-spezifisch, z.B. welche printcap-Datei benutzt werden soll, enthält aber auch Beschreibungen aller Dienste, die der Server anbieten soll. Siehe smb.conf für weitere Informationen. Der Standardname der Konfigurationsdatei wird beim Kompilieren bestimmt.

-d|--debug=Debug-Ebene

Debug-Ebene ist ein Integer von 0 bis 10. Falls dieser Parameter nicht angegeben wird, ist der Vorgabewert dafür Null.

Je höher der Wert ist, desto mehr Details über die Serveraktivität werden in den Log-Dateien abgespeichert. Auf der Ebene 0 werden nur kritische Fehler und ernstzunehmende Warnungen geloggt. Ebene 1 ist eine vernünftige Ebene beim alltäglichen Betrieb - dabei wird eine kleine Informationsmenge über die ausgeführten Operationen erzeugt.

Die Ebenen höher als 1 erzeugen beachtliche Mengen von Logdaten, und sollten nur bei der Suche nach Problemen verwendet werden. Die Ebenen größer als 3 sind nur für Entwickler gedacht und erzeugen RIESIGE Mengen an Logdaten, von denen die meisten extrem kryptisch sind.

Beachten Sie, dass durch die Angabe dieses Parameters an dieser Stelle der Parameter log level in der Datei smb.conf überschrieben wird.

-R <Namensauflösungsreihenfolge>

Mit dieser Option kann bestimmt werden, welche Dienste bei der Namensauflösung benutzt werden und in welcher Reihenfolge Hostnamen auf IP-Adressen aufgelöst werden sollen. Diese Option erwartet einen mit Leerzeichen getrennten String verschiedener Auflösungsoptionen.

-L Lib-Verzeichnis

Dieser Parameter gibt den Ort der Shared Libraries an, die von smbsh benutzt werden. Der Vorgabewert dafür wird zum Zeitpunkt des Kompilierens angegeben.

BEISPIELE

Um den Befehl smbsh zu benutzen, führen Sie vom Prompt smbsh aus und geben Sie den Benutzernamen und das Passwort ein, das sie auf dem Rechner authentifiziert, auf dem das Betriebssystem Windows NT läuft.

system% smbsh
Username: benutzer
Password: XXXXXXX

Jeder dynamisch gelinkte Befehl, den Sie von dieser Shell aus aufrufen, wird auf das Verzeichnis /smb zugreifen und dabei das smb-Protokoll verwenden. Zum Beispiel zeigt der Befehl ls /smb eine Liste der Arbeitsgruppen an. Der Befehl ls /smb/MEINEGRUPPE zeigt alle Rechner in der Arbeitsgruppe MEINEGRUPPE an. Der Befehl ls /smb/MEINEGRUPPE/<Rechner-Name> zeigt die Namen der Freigaben auf diesem Rechner an. Dann könnten Sie z.B. den Befehl cd benutzen, um Verzeichnisse zu wechseln, vi um Dateien zu editieren, und rcp, um Dateien zu kopieren.

VERSION

Diese Manpage ist korrekt für die Version 3.0 der Samba-Suite.

FEHLER

smbsh funktioniert so, dass es die Standardaufrufe zu libc abfängt und auf die dynamisch geladenen Versionen in smbwrapper.o umlenkt. Nicht alle Aufrufe wurden aber "umhüllt", d.h. einige Programme funktionieren unter smbsh evtl. nicht korrekt.

Programme, die nicht dynamisch gelinkt sind, können diese Funktionalität von smbsh nicht benutzen. Die meisten UNIX-Versionen verfügen über einen file-Befehl, der beschreibt, wie ein Programm gelinkt wurde.

SIEHE AUCH

smbd(8), smb.conf(5).

AUTOR

Die originale Samba-Software und die zugehörigen Werkzeuge wurden von Andrew Tridgell geschrieben. Samba wird nun vom Samba-Team als ein Open-Source-Projekt entwickelt, ähnlich wie der Linux-Kernel.

Die originalen Samba-Manpages wurden von Karl Auer geschrieben. Die Manpage-Quelltexte wurden ins YODL-Format konvertiert (ein weiteres exzellentes Stück Open-Source-Software, verfügbar unter ftp://ftp.icce.rug.nl/pub/unix/) und für die Samba 2.0-Release von Jeremy Allison aktualisiert. Die Umwandlung ins DocBook-Format wurde von Gerald Carter für Samba 2.2 durchgeführt. Die Umwandlung in DocBook für XML 4.2 wurde von Alexander Bokovoy für Samba 3.0 durchgeführt.