Name

smbmount — Mountet ein smbfs-Dateisystem.

Synopsis

smbmount {Dienst} {Mountpunkt} [-o Optionen]

BESCHREIBUNG

smbmount mountet ein Linux-SMB-Dateisystem. Es wird normalerweise mit mount.smbfs vom Befehl mount(8) aufgerufen, wenn die Option "-t smbfs" benutzt wird. Dieser Befehl funktioniert nur unter Linux, und der Kernel muss das smbfs-Dateisystem unterstützen.

Optionen für smbmount werden als mit Kommata getrennte Liste von Schlüssel-/Wertpaaren angegeben. Es ist möglich, andere als hier aufgelistete Optionen anzugeben, vorausgesetzt, dass smbfs sie unterstützt. Sollte der Mount fehlschlagen, suchen Sie am besten in Ihrem Kernel-Log nach Fehlern bei unbekannten Optionen.

smbmount ist ein Daemon. Nach dem Mounten läuft er so lange, bis das gemountete smbfs wieder abgetrennt wird. Er logt das, was im Daemonmodus passiert, mit dem "Rechnernamen"-smbmount, d.h. diese Ausgabe endet normalerweise in log.smbmount. Der Prozess smbmount kann evtl. auch den Namen mount.smbfs haben.

Anmerkung

smbmount ruft smbmnt(8) auf, um das eigentliche Mounten zu bewerkstelligen. Sie müssen sicherstellen, dass smbmnt auf dem Pfad ist, damit es gefunden werden kann.

OPTIONEN

username=<arg>

Gibt den Benutzernamen für die Verbindung an. Ohne diese Angabe wird die Umgebungsvariable USER verwendet. Diese Option kann auch die Form "benutzer%passwort" oder "benutzer/arbeitsgruppe" oder "benutzer/arbeitsgruppe%passwort" annehmen, damit das Passwort und die Arbeitsgruppe als Teil des Benutzernamens angegeben werden kann.

password=<arg>

Gibt das SMB-Passwort an. Ohne diese Angabe wird die Umgebungsvariable PASSWD benutzt. Falls kein Passwort gefunden wird, fragt smbmount nach einem Passwort, sofern nicht die Option guest angegeben ist.

Beachten Sie, dass Passwörter, die den Argumenttrennungsbezeichner enthalten, d.h. ein Komma, auf der Kommandozeile nicht korrekt geparst werden können. Das gleiche Passwort wird korrekt gelesen, wenn es in der Umgebungsvariablen PASSWD oder in einer credentials-Datei definiert ist (siehe unten).

credentials=<filename>

Gibt eine Datei an, die einen Benutzernamen und/oder ein Passwort enthält. Das Dateiformat ist:

Benutzername = <Wert>
Passwort = <Wert>

Das ist besser als Passwörter im Klartext in einer gemeinsamen Datei zu haben, z.B. in /etc/fstab. Seien Sie sicher, dass sie eine solche credentials-Datei ausreichend schützen.

krb

Verwendet Kerberos (Active Directory).

netbiosname=<arg>

Setzt den NetBIOS-Quellnamen. Der Vorgabewert ist der lokale Hostname.

uid=<arg>

Setzt die uid, der alle Dateien auf dem gemounteten Dateisystem gehören werden. Sie kann entweder als Benutzername oder als numerische uid angegeben werden.

gid=<arg>

Setzt die gid, der alle Dateien auf dem gemounteten Dateisystem gehören werden. Sie kann entweder als Gruppenname oder als numerische gid angegeben werden.

port=<arg>

Setzt die entfernte SMB-Portnummer. Vorgabewert ist 139.

fmask=<arg>

Setzt die Dateimaske. Das bestimmt die Rechte, die entfernte Dateien im lokalen Dateisystem haben. Dies ist keine umask, sondern die wirklichen Rechte für die Dateien. Der Vorgabewert basiert auf der aktuellen umask.

dmask=<arg>

Setzt die Verzeichnismaske. Das bestimmt die Rechte, die entfernte Verzeichnisse im lokalen Dateisystem haben. Dies ist keine umask, sondern die wirklichen Rechte für die Verzeichnisse. Der Vorgabewert basiert auf der aktuellen umask.

debug=<arg>

Setzt die Debugebene. Dies ist hilfreich beim Aufspüren von Problemen mit SMB-Verbindungen. Als Startwert wird der Wert 4 vorgeschlagen. Falls er zu hoch eingestellt wird, gibt es sehr viele Daten in der Ausgabe, die möglicherweise die interessanten Daten verdecken.

ip=<arg>

Setzt den Zielhost oder die Ziel-IP-Adresse.

workgroup=<arg>

Setzt die Arbeitsgruppe auf dem Ziel.

sockopt=<arg>

Setzt die TCP-Socket-Optionen. Siehe die Option socket options in smb.conf(5).

scope=<arg>

Setzt den NetBIOS-Scope.

guest

Fragt nicht nach einem Passwort.

ro

Mountet nur lesbar.

rw

Mountet les- und schreibbar.

iocharset=<arg>

Setzt den Zeichensatz, der auf der Linux-Seite für Übersetzungen von Codepage zu Zeichensatz (NLS) benutzt wird. Das Argument sollte der Name eines Zeichensatzes sein, z.B. iso8859-1. (Bemerkung: nur unter Kernel 2.4.0 oder später.)

codepage=<arg>

Setzt die Codepage, die der Server verwendet. Siehe die Option iocharset. Ein Beispielwert ist cp850. (Bemerkung: nur unter Kernel 2.4.0 oder später.)

ttl=<arg>

Stellt in Millisekunden ein, wie lange ein Verzeichnislisting im Cachespeicher gehalten wird (betrifft auch die Sichtbarkeit von Dateigrößen und Datumsänderungen). Ein höherer Wert bedeutet, dass Änderungen auf dem Server länger brauchen, bis sie bemerkt werden, aber bei großen Verzeichnissen kann das eine bessere Performanz bedeuten, besonders über lange Distanzen. Vorgegeben ist ein Wert von 1000ms, aber ein Wert um 10000ms (10 Sekunden) ist wohl in vielen Fällen vernünftiger. (Bemerkung: nur unter Kernel 2.4.0 oder später.)

UMGEBUNGSVARIABLEN

Die Variable USER kann den Benutzernamen der Person enthalten, die den Client benutzt. Diese Information wird nur dann verwendet, wenn die Protokollebene hoch genug ist, um Passwörter auf Sitzungsebene zu unterstützen. Mit der Variable kann sowohl der Benutzername als auch das Passwort gesetzt werden, wenn das Format benutzername%passwort benutzt wird.

Die Variable PASSWD kann das Passwort der Person enthalten, die den Client benutzt. Diese Information wird nur dann verwendet, wenn die Protokollebene hoch genug ist, um Passwörter auf Sitzungsebene zu unterstützen.

Die Variable PASSWD_FILE kann den Pfadnamen einer Datei enthalten, aus der das Passwort gelesen werden soll. Als Eingabe wird eine einzelne Zeile gelesen und als Passwort verwendet.

FEHLER

Passwörter und andere Optionen, die ein Komma enthalten, können nicht gehandhabt werden. Andere Möglichkeiten, Passwörter zu übergeben, bestehen in einer credentials-Datei oder mit der Umgebungsvariable PASSWD.

Die credentials-Datei kann nicht mit Benutzernamen oder Passwörtern mit vorangestellten Leerzeichen umgehen.

Ein smbfs-Fehler ist wichtig genug, dass er hier erwähnt werden soll, auch dann, wenn es nicht ganz der richtige Ort dafür ist:

  • Mounts funktionieren manchmal nicht mehr. Das kommt normalerweise daher, dass smbmount terminiert. Da smbfs smbmount dazu braucht, eine Verbindung wiederherzustellen, wenn der Server sie trennt, ist der Mount schließlich tot. Ein umount/mount repariert das normalerweise. Es sind mindestens zwei Möglichkeiten bekannt, diesen Fehler auszulösen.

Beachten Sie, dass die typische Antwort auf einen Fehlermeldung in dem Vorschlag besteht, es zuerst einmal mit der letzten Version zu probieren. Bitte tun Sie das also als erstes und geben Sie immer mit an, welche Versionen an relevanter Software Sie benutzen, wenn Sie Fehler melden (Minimum: Samba, Kernel, Distribution).

SIEHE AUCH

Die Datei Documentation/filesystems/smbfs.txt im Quellbaum zum Linux-Kernel enthält möglicherweise weitere Optionen und Informationen.

FreeBSD enthält ebenfalls ein smbfs, aber es gibt keine Verbindung zu smbmount.

Unter Solaris, HP-UX und anderen Betriebssystemen möchten Sie evtl. smbsh(1) oder andere Lösungen anschauen, z.B. Sharity. Oder vielleicht möchten Sie den SMB-Server mit einem NFS-Server ersetzen.

AUTOR

Volker Lendecke, Andrew Tridgell, Michael H. Warfield und andere.

Der aktuell Verantwortliche von smbfs und der Userspace-Tools smbmount, smbumount und smbmnt ist Urban Widmark. Die SAMBA-Mailingliste ist die beste Adresse, um Fragen zu diesen Programmen zu stellen.

Die Umwandlung dieser Manpage ins DocBook-Format wurde von Gerald Carter für Samba 2.2 durchgeführt. Die Umwandlung in DocBook für XML 4.2 wurde von Alexander Bokovoy für Samba 3.0 durchgeführt.