Name

pdbedit — Verwaltet die SAM-Datenbank.

Synopsis

pdbedit [-L] [-v] [-w] [-u Benutzername] [-f VollerName] [-h HomeVerz] [-D Laufwerk] [-S Skript] [-p Profil] [-a] [-m] [-r] [-x] [-i Passdb-Backend] [-e Passdb-Backend] [-b Passdb-Backend] [-g] [-d DebugEbene] [-s KonfigDatei] [-P Konto-Policy] [-C Wert] [-c Konto-Steuerung]

BESCHREIBUNG

Dieses Werkzeug ist Teil der Samba(7)-Suite.

Mit dem Programm pdbedit werden Benutzerkonten in der SAM-Datenbank verwaltet. Es kann nur von root ausgeführt werden.

Das Werkzeug pdbedit verwendet die modulare Schnittstelle passdb und ist unabhängig von der verwendeten Benutzerdatenbank (im Moment gibt es smbpasswd, ldap, nis+ und tdb-basierte, weitere können hinzugefügt werden, ohne das Werkzeug zu verändern).

Es gibt fünf verschiedene Hauptarten, pdbedit zu benutzen: Hinzufügen eines Benutzerkontos, Entfernen eines Benutzerkontos, Ändern eines Benutzerkontos, Auflisten von Benutzerkonten und Importieren von Benutzerkonten.

OPTIONEN

-L

Diese Option listet alle in der Benutzerdatenbank vorhandenen Benutzerkonten auf. Die Option gibt eine Liste von Benutzer/UID-Paaren aus, getrennt durch Doppelpunkte, ':'.

Beispiel: pdbedit -L

sorce:500:Simo Sorce
samba:45:Test User
-v

Diese Option schaltet das ausführliche Listingformat ein. Dadurch listet pdbedit die Benutzer in der Datenbank auf und gibt dabei die Felder des Kontos in einem ausführlicheren Format aus.

Beispiel: pdbedit -L -v

---------------
username:       sorce
user ID/Group:  500/500
user RID/GRID:  2000/2001
Full Name:      Simo Sorce
Home Directory: \\BERSERKER\sorce
HomeDir Drive:  H:
Logon Script:   \\BERSERKER\netlogon\sorce.bat
Profile Path:   \\BERSERKER\profile
---------------
username:       samba
user ID/Group:  45/45
user RID/GRID:  1090/1091
Full Name:      Test User
Home Directory: \\BERSERKER\samba
HomeDir Drive:  
Logon Script:   
Profile Path:   \\BERSERKER\profile
-w

Diese Option setzt das Listingformat "smbpasswd". Dadurch gibt pdbedit die Felder in der Benutzerliste aus der Datenbank in einem Format aus, das mit dem Dateiformat von smbpasswd kompatibel ist. (Siehe die Manpage smbpasswd(5) für Details.)

Beispiel: pdbedit -L -w

sorce:500:508818B733CE64BEAAD3B435B51404EE:D2A2418EFC466A8A0F6B1DBB5C3DB80C:[UX         ]:LCT-00000000:
samba:45:0F2B255F7B67A7A9AAD3B435B51404EE:BC281CE3F53B6A5146629CD4751D3490:[UX         ]:LCT-3BFA1E8D:
-u Benutzername

Diese Option gibt an, dass für die verlangte Operation der Benutzername verwendet werden soll (Auflisten, Hinzufügen, Entfernen). Sie ist notwendig beim Hinzufügen, Entfernen und Ändern und optional beim Auflisten.

-f VollerName

Diese Option kann beim Hinzufügen oder Ändern eines Benutzerkontos verwendet werden. Sie gibt den vollständigen Namen des Benutzers an.

Beispiel: -f "Simo Sorce"

-h HomeVerz

Diese Option kann beim Hinzufügen oder Ändern eines Benutzerkontos verwendet werden. Sie gibt den Netzwerkpfad zum Homeverzeichnis des Benutzers an.

Beispiel: -h "\\\\BERSERKER\\sorce"

-D Laufwerk

Diese Option kann beim Hinzufügen oder Ändern eines Benutzerkontos verwendet werden. Sie gibt den Windows-Laufwerksbuchstaben an, der bei der Zuordnung des Homeverzeichnisses benutzt wird.

Beispiel: -d "H:"

-S Skript

Diese Option kann beim Hinzufügen oder Ändern eines Benutzerkontos verwendet werden. Sie gibt den Pfad des Anmeldeskripts des Benutzers an.

Beispiel: -s "\\\\BERSERKER\\netlogon\\sorce.bat"

-p Profil

Diese Option kann beim Hinzufügen oder Ändern eines Benutzerkontos verwendet werden. Sie gibt das Profilverzeichnis des Benutzers an.

Beispiel: -p "\\\\BERSERKER\\netlogon"

-G SID|rid

Diese Option kann beim Hinzufügen oder Ändern eines Benutzerkontos verwendet werden. Sie gibt die neue Hauptgruppen-SID (Security Identifier) oder rid des Benutzers an.

Beispiel: -G S-1-5-21-2447931902-1787058256-3961074038-1201

-U SID|rid

Diese Option kann beim Hinzufügen oder Ändern eines Benutzerkontos verwendet werden. Sie gibt die neue SID (Security Identifier) oder rid des Benutzers an.

Beispiel: -U S-1-5-21-2447931902-1787058256-3961074038-5004

-c Konto-Steuerung

Diese Option kann beim Hinzufügen oder Ändern eines Benutzerkontos verwendet werden. Sie gibt die Eigenschaft der Kontensteuerung für den Benutzer an. Die möglichen Flags werden unten aufgelistet.

  • N: Kein Passwort notwendig

  • D: Konto deaktiviert

  • H: Homeverzeichnis notwendig

  • T: Temporäres Duplikat eines anderen Kontos

  • U: Reguläres Benutzerkonto

  • M: MNS-Anmeldebenutzerkonto

  • W: Workstationvertrauenskonto

  • S: Serververtrauenskonto

  • L: Automatisches Sperren

  • X: Passwort läuft nicht aus

  • I: Domänenvertrauenskonto

Beispiel: -c "[X ]"

-a

Mit dieser Option wird ein Benutzer zur Datenbank hinzugefügt. Dieser Befehl benötigt einen mit dem Schalter -u angegebenen Benutzernamen. Beim Hinzufügen eines neuen Benutzers fragt pdbedit auch nach dem entsprechenden Passwort.

Beispiel: pdbedit -a -u sorce

new password:
retype new password

Anmerkung

pdbedit ruft nicht das UNIX-Skript für die Passwortsynchronisation auf, wenn unix password sync gesetzt wurde. Es aktualisiert lediglich die Daten in der Benutzerdatenbank von Samba.

Wenn Sie einen Benutzer hinzufügen und das Passwort sofort synchronisieren möchten, verwenden Sie smbpasswd mit der Option -a.

-r

Mit dieser Option wird ein vorhandener Benutzer in der Datenbank geändert. Dieser Befehl benötigt einen mit dem Schalter -u angegebenen Benutzernamen. Um die Eigenschaften des angegebenen Benutzers zu ändern, können andere Optionen angegeben werden. Dieses Flag wurde aus Gründen der Rückwärtskompatibilität beibehalten, aber es ist nicht mehr notwendig, es anzugeben.

-m

Diese Option darf nur gemeinsam mit der Option -a benutzt werden. Sie veranlasst pdbedit, ein Rechnervertrauenskonto statt eines Benutzerkontos hinzuzufügen (-u Benutzername gibt den Rechnernamen an).

Beispiel: pdbedit -a -m -u w2k-wks

-x

Bei dieser Option löscht pdbedit ein Konto aus der Datenbank. Sie benötigt einen mit dem Schalter -u angegebenen Benutzernamen.

Beispiel: pdbedit -x -u bob

-i Passdb-Backend

Verwendet ein anderes Passwortdatenbank-Backend, um an die Benutzer heranzukommen, als jenes, das in smb.conf angegeben ist. Kann dazu verwendet werden, Daten in Ihre lokale Benutzerdatenbank zu importieren.

Diese Option erleichtert die Migration von einem Passdb-Backend zu einem anderen.

Beispiel: pdbedit -i smbpasswd:/etc/smbpasswd.old

-e Passdb-Backend

Exportiert alle momentan verfügbaren Benutzer in das angegebene Passwortdatenbank-Backend.

Diese Option erleichtert die Migration von einem Passdb-Backend zu einem anderen ebenso wie die Anfertigung von Backups.

Beispiel: pdbedit -e smbpasswd:/root/samba-users.backup

-g

Wenn Sie -g angeben, dann bezieht sich -i Ein-Backend -e Aus-Backend auf die Gruppenzuordnung statt auf die Benutzerdatenbank.

Diese Option erleichtert die Migration von einem Passdb-Backend zu einem anderen ebenso wie die Anfertigung von Backups.

-b Passdb-Backend

Verwendet standardmäßig ein anderes Passdb-Backend.

Beispiel: pdbedit -b xml:/root/pdb-backup.xml -l

-P Konto-Policy

Zeigt eine Konto-Policy an.

Gültige Policies sind: minimum password age (min. Passwortalter), reset count minutes (Minutenzähler zurücksetzen), disconnect time (Trennungszeit), user must logon to change password (Benutzer muss sich anmelden, um Passwort zu ändern), password history (Passwort-History), lockout duration (Sperrzeit), min password length (min. Passwortlänge), maximum password age (größtes Passwortalter) und bad lockout attempt (fehlerhafte Anmeldeversuche vor dem Sperren).

Beispiel: pdbedit -P "bad lockout attempt"

account policy value for bad lockout attempt is 0
-C Konto-Policy-Wert

Setzt eine Konto-Policy auf einen angegebenen Wert. Diese Option darf nur gemeinsam mit der Option -P benutzt werden.

Beispiel: pdbedit -P "bad lockout attempt" -C 3

account policy value for bad lockout attempt was 0
account policy value for bad lockout attempt is now 3
-h|--help

Gibt eine Zusammenfassung der Kommandozeilenoptionen aus.

-V

Gibt die Versionsnummer des Programms aus.

-s <Konfigurations-Datei>

Die angegebene Datei enthält die Konfigurationdetails, die der Server benötigt. Die Information in dieser Datei ist zum Teil Server-spezifisch, z.B. welche printcap-Datei benutzt werden soll, enthält aber auch Beschreibungen aller Dienste, die der Server anbieten soll. Siehe smb.conf für weitere Informationen. Der Standardname der Konfigurationsdatei wird beim Kompilieren bestimmt.

-d|--debug=Debug-Ebene

Debug-Ebene ist ein Integer von 0 bis 10. Falls dieser Parameter nicht angegeben wird, ist der Vorgabewert dafür Null.

Je höher der Wert ist, desto mehr Details über die Serveraktivität werden in den Log-Dateien abgespeichert. Auf der Ebene 0 werden nur kritische Fehler und ernstzunehmende Warnungen geloggt. Ebene 1 ist eine vernünftige Ebene beim alltäglichen Betrieb - dabei wird eine kleine Informationsmenge über die ausgeführten Operationen erzeugt.

Die Ebenen höher als 1 erzeugen beachtliche Mengen von Logdaten, und sollten nur bei der Suche nach Problemen verwendet werden. Die Ebenen größer als 3 sind nur für Entwickler gedacht und erzeugen RIESIGE Mengen an Logdaten, von denen die meisten extrem kryptisch sind.

Beachten Sie, dass durch die Angabe dieses Parameters an dieser Stelle der Parameter log level in der Datei smb.conf überschrieben wird.

-l|--logfile=logbasename

Dateiname für Log-/Debug-Dateien. Die Dateierweiterung ".client" wird angefügt. Die Log-Datei wird vom Client niemals entfernt.

BEMERKUNGEN

Dieser Befehl darf nur von root ausgeführt werden.

VERSION

Diese Manpage ist korrekt für die Version 3.0 der Samba-Suite.

SIEHE AUCH

smbpasswd(5), samba(7)

AUTOR

Die originale Samba-Software und die zugehörigen Werkzeuge wurden von Andrew Tridgell geschrieben. Samba wird nun vom Samba-Team als ein Open-Source-Projekt entwickelt, ähnlich wie der Linux-Kernel.

Die pdbedit-Manpage wurde von Simo Sorce und Jelmer Vernooij geschrieben.