Name

mount.cifs — mount unter Verwendung des Common Internet File System (CIFS).

Synopsis

mount.cifs {service} {mount-Punkt} [-o Optionen]

BESCHREIBUNG

Dieses Werkzeug ist Teil der Samba(7)-Suite.

mount.cifs bindet ein Linux-CIFS-Dateisystem ein. Es wird üblicherweise indirekt aufgerufen, mittels des Befehls mount(8) und der Option "-t cifs". Dieser Befehl funktioniert nur unter Linux, und der Kernel muss das CIFS-Dateisystem unterstützen. Das CIFS-Protokoll ist der Nachfolger des SMB-Protokolls und wird von den meisten Windows-Servern unterstützt, von vielen anderen kommerziellen Servern und NAS-Einrichtungen ebenso wie von dem populären Open-Source-Server Samba.

Das Werkzeug mount.cifs hängt den UNC-Namen (exportierte Netzwerkressource) an das lokale Verzeichnis mount-Punkt an. Es ist möglich, den Modus für mount.cifs auf setuid root zu setzen, um Nicht-root-Benutzern zu erlauben, Verzeichnisse einzubinden, auf denen sie Schreibrechte besitzen.

Optionen für mount.cifs werden als eine Liste von durch Kommas getrennten Schlüssel-/Wertpaaren angegeben. Es ist möglich, andere Optionen als die hier angegebenen zu senden, vorausgesetzt, das CIFS-Dateisystem unterstützt sie. Nicht erkannte CIFS-mount-Optionen, die dem CIFS-VFS-Kernel-Code übergeben werden, werden im Kernel-Log protokolliert.

mount.cifs veranlasst das CIFS-VFS dazu, einen Thread namens cifsd zu starten. Nach dem Einbinden/Mounten läuft dieser weiter, bis die Einbindung der Ressource wieder gelöst wird (üblicherweise mittels umount).

OPTIONEN

user=arg

Gibt den Benutzernamen an, mit dem die Verbindung aufgebaut wird. Wenn dieser nicht angegeben wird, wird die Umgebungsvariable USER verwendet. Diese Option kann auch in der Form "Benutzer%Passwort", "Benutzer/Arbeitsgruppe" oder "Benutzer/Arbeitsgruppei%Passwort" angegeben werden, um die Angabe von Passwort und Arbeitsgruppe als Teil des Benutzernamens zu erlauben.

Anmerkung

Das CIFS-VFS akzeptiert den Parameter user= oder auch die längere Form des Parameters username= für Benutzer, die vertraut mit smbfs sind. Genauso werden die längeren Formen der Parameternamen als Entsprechungen für die kürzeren CIFS-Parameter pass=, dom= und cred= akzeptiert.

password=Argument

Gibt das CIFS-Passwort an. Wenn diese Option nicht angegeben wird, wird die Umgebungsvariable PASSWD verwendet. Wenn das Passwort nicht direkt oder indirekt via Argument an mount weitergegeben wird, fragt mount.cifs per Prompt nach einem Passwort, außer wenn die Guest-Option angegeben ist.

Beachten Sie, dass ein Passwort, welches ein Trennzeichen (z.B. ein Komma ',') enthält, auf der Kommandozeile nicht korrekt interpretiert werden kann. Jedoch kann dasselbe Passwort, wenn es in der Umgebungsvariable PASSWD oder via einer "credentials"-Datei (siehe unten) angegeben wird, korrekt gelesen werden.

credentials=Dateiname

Gibt eine Datei an, die einen Benutzernamen und/oder ein Passwort enthält. Das Format der Datei ist:

		username=Argument
		password=Argument

Dies wird dem Eintragen von Klartextpasswörten in einer mit anderen Benutzern gemeinsam genutzten Datei wie /etc/fstab vorgezogen. Stellen Sie sicher, dass jegliche "credentials"-Datei richtig geschützt wird.

uid=Argument

Gibt die UID an, die alle Dateien auf dem eingebundenen Dateisystem besitzen werden. Dies kann entweder per Benutzername oder numerischer UID angegeben werden. Dieser Parameter wird ignoriert, wenn der Zielserver die CIFS-Unix-Erweiterungen unterstützt.

gid=Argument

Gibt die GID an, die alle Dateien auf dem eingebundenen Dateisystem besitzen werden. Dies kann entweder per Gruppenname oder numerischer GID angegeben werden. Dieser Parameter wird ignoriert, wenn der Ziel-Server die CIFS-Unix-Erweiterungen unterstützt.

port=Argument

Setzt die Portnummer, auf der versucht werden soll, CIFS-Unterstützung zu verhandeln. Wenn der CIFS-Server nicht auf diesem Port hört oder der Port nicht angegeben wird, werden die Standard-Ports versucht, d.h. Port 445 wird versucht, erfolgt dort keine Antwort, dann wird Port 139 versucht.

file_mode=Argument

Wenn der Server die CIFS-Unix-Erweiterungen nicht unterstützt, setzt dies den Standardmodus für Dateien außer Kraft.

dir_mode=Argument

Wenn der Server die CIFS-Unix-Erweiterungen nicht unterstützt, setzt dies den Standardmodus für Verzeichnisse außer Kraft.

ip=Argument

Gibt den Zielhost oder dessen IP-Adresse an.

domain=Argument

Gibt die Arbeitsgruppe/Domäne des Benutzers an.

guest

Nicht nach einem Passwort fragen.

ro

Das Dateisystem im Modus Read-Only einbinden.

rw

Das Dateisystem im Modus Read-Write einbinden.

rsize

Standardwert für Größe eines Netzwerklesevorgangs

wsize

Standardwert für Größe eines Netzwerkschreibevorgangs

UMGEBUNGSVARIABLEN

Die Variable USER kann den Benutzernamen enthalten, der verwendet wird, um sich am Server zu authentifizieren. Diese Variable kann auch dazu verwendet werden, Benutzernamen und Passwort anzugeben, mittels des Formats Benutzername%Passwort.

Die Variable PASSWD kann das Passwort des Benutzers enthalten, der den Client verwendet.

Die Variable PASSWD_FILE kann den Namen einer Datei enthalten, von der das Passwort gelesen werden soll. Eine einzelne Zeile wird eingelesen und als Passwort verwendet.

BEMERKUNGEN

Dieser Befehl kann nur von root verwendet werden, außer er ist mittels setuid installiert, in diesem Fall sind die Mount-Flags noeexec und nosuid aktiviert.

KONFIGURATION

Der Hauptmechanismus, um Konfigurationsänderungen vorzunehmen und Debug-Informationen für das CIFS-VFS zu lesen, ist das Linux-Dateisystem /proc. Im Verzeichnis /proc/fs/cifs gibt es es verschiedene Konfigurationsdateien und Pseudodateien, die Debug-Informationen anzeigen können. Lesen Sie die Kerneldatei fs/cifs/README für mehr Informationen dazu.

FEHLER

Passwörter und andere Optionen, die das Zeichen ',' enthalten, können nicht verarbeitet werden. Eine Alternative für Passwörter ist die Verwendung einer "credentials"-Datei oder der Variable PASSWD.

Die "credentials"-Datei kann nicht mit Benutzernamen oder Passwörtern umgehen, die ein führendes Leerzeichen enthalten.

Beachten Sie, dass die übliche Antwort auf einen Fehlerbericht der Vorschlag ist, zuerst die neueste Version zu versuchen. Bitte versuchen Sie also zuerst dies und erwähnen Sie immer, welche Versionen relevanter Software Sie verwenden, wenn Sie von Fehlern berichten. Minimum: mount.cifs (versuchen Sie mount.cifs -V), Kernel (siehe /proc/version), Typ des Servers, den Sie zu kontaktieren versuchen.

VERSION

Diese Manpage ist korrekt für die Version 1.0.6 des CIFS-VFS-Dateisystems (ca. Linux-Kernel 2.6.6).

SIEHE AUCH

Documentation/filesystems/cifs.txt und fs/cifs/README in den Linux-Kernelquellen könnten zusätzliche Optionen und Informationen enthalten.

AUTOR

Steve French

Die Syntax und Manpage sind angelehnt an jene von smbmount. Umwandlung in Docbook/XML: Jelmer Vernooij.

Der Maintainer des Linux-CIFS-VFS und des Werkzeugs mount.cifs ist Steve French. Die Linux-CIFS-Mailinglist ist die erste Adresse, um Fragen zu diesen Programmen zu stellen.