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Tag 15: Andere SMB-Clients

Wie Sie bereits in Kapitel 13, »Unix (smbclient, smbfs, smbwrapper und andere Utilities)«, gesehen haben, stellen Windows-Clients nicht das einzige Betriebssystem dar, das sich mit SMB-Servern verbinden kann. In diesem Kapitel werden Sie zwei weitere SMB-Clients kennenlernen: einen für DOS und einen für den Macintosh.

Vielleicht denken Sie, dass seit der ersten Freigabe von Windows 95 und später Windows 98 DOS der Vergangenheit angehört, dass es nur noch in kleinen Geschichten von älteren Professoren erwähnt wird, die von ihrer Abschlussarbeit auf einem Intel 8086-Rechner erzählen, auf dem das Disk Operating System Version 1.0 lief. Welcher intelligente Mensch sollte schließlich ein Betriebssystem benutzen wollen, das nur eine Sache auf einmal tun kann und eine Speicherbegrenzung von 640 Kbyte hat?

Um die Wahrheit zu sagen, ich benutze DOS immer noch relativ häufig. DOS passt bequem auf eine Diskette, die dazu benutzt werden kann, ein System zu booten. Sie können dann damit fortfahren, Dinge zu verwenden, die Windows 9x eher nicht verwendet (wie z.B. Festplatteneditoren).

Ich habe auch festgestellt, dass diese Boot-Disketten sehr hilfreich sind, wenn sie zusammen mit Disk-Imaging-Software wie z.B. Ghost von Symantec benutzt werden. Wenn ich einen SMB-Client auf einer DOS-Diskette benutze, kann ich in das Netzwerk booten, alle notwendigen Laufwerke mounten und den Rechner von einer Image-Datei laden, die sich auf einem Samba-Server befindet. Der gesamte Prozess dauert etwa 15 bis 20 Minuten, bis ich einen funktionierenden Windows-95-Rechner hochgefahren und im Netzwerk habe. Natürlich sind noch einige andere kleine Details beteiligt, die dies möglich machen, wie z.B. die Benutzung von DHCP und identischer Hardware auf allen Laborrechnern. Eine andere nützliche Situation haben Sie, wenn Sie Windows auf einem Rechner installieren müssen, der kein CD-ROM-Laufwerk hat. Es scheint ewig zu dauern, Windows 95 von Disketten zu laden, aber es geht vergleichsweise extrem schnell, wenn Sie eine freigegebene CD-ROM mounten und die Software über das Netzwerk laden. In diesem Kapitel stelle ich dar, wie Sie über Microsofts DOS-Netzwerk-Client Netzwerk-Boot-Disketten erstellen.

Es gibt auch andere SMB-Clients, die Ihnen dabei helfen können, Nicht-Windows-Rechner in Ihre Samba-Infrastruktur zu integrieren. Vielleicht benutzt die Grafikabteilung in Ihrem Unternehmen Macintoshs, aber die großen Dateien, die die Leute dort produzieren, müssen an andere Abteilungen übertragen werden, die PCs benutzen. Sie werden sich einen SMB-Client namens DAVE für Macintosh-Systeme ansehen, über den diese auf Freigaben auf einem Samba-Server zugreifen und dort Dateien speichern können. Dies stellt einen zentralen Distributionspunkt für alle Ihre Benutzer dar.

Microsoft-Netzwerk-Client Version 3.0 für MS-DOS

Dieser Abschnitt erklärt, wie Sie eine bootfähige DOS-Diskette erstellen, über die Sie SMB-Freigaben mounten können. Sie werden über drei grundlegende Schritte unterrichtet:

Die Software besorgen

Microsoft verteilt seinen Netzwerk-Client für DOS frei. Wenn Sie eine Kopie der Windows-NT-4.0-Server-CD-ROM haben, können Sie sich die Zeit für das Herunterladen sparen, indem Sie auf das aus zwei Disketten bestehende Set wie folgt zugreifen:

X:\clients\msclient\disks

X: ist hierbei der Laufwerksbuchstabe für Ihr CD-ROM-Laufwerk.

Haben Sie keine Kopie der CD-ROM, können Sie die Installationsdisketten für den DOS-Client unter ftp://ftp.microsoft.com/bussys/Clients/MSCLIENT/ herunterladen.

Das Verzeichnis hat zwei Dateien:

DSK3-1.EXE
DSK3-2.EXE

Laden Sie beide Dateien in ein temporäres Verzeichnis herunter (z.B. c:\temp) und extrahieren Sie jede Diskette über folgenden Befehl:

C:\> mkdir c:\temp\disk1
C:\> cd c:\temp\disk1
C:\> c:\temp\dsk3-1.exe
C:\> mkdir c:\temp\disk2
C:\> cd c:\temp\disk2
C:\> c:\temp\dsk3-2.exe

Egal welche Methode Sie verwenden, um die Netzwerk-Client-Dateien zu erhalten (CD-ROM oder FTP), sollten Sie an diesem Punkt bereit sein, die Dateien auf zwei 1,44-Mbyte-Disketten zu kopieren und den Client zu installieren.

Den Client installieren

Um eine Netzwerk-Boot-Diskette zu erstellen, durchlaufen Sie zunächst die Schritte für die Installation des DOS-Netzwerk-Clients auf eine Festplatte. Kopieren Sie dann nur die benötigten Dateien auf die Boot-Diskette. Die Praxis hat mir gezeigt, dass es einfacher ist, die Dinge unter normalen Bedingungen zum Laufen zu bringen, bevor man versucht, die Boot-Diskette zu erstellen. Ich verwende MS-DOS 6.22 als Betriebssystem, dies nur der Vollständigkeit halber.

Nachdem Sie die Dateien auf zwei Disketten kopiert haben, können Sie die Software installieren. Für dieses Beispiel setze ich voraus, dass der Buchstabe Ihres Diskettenlaufwerks A: ist. Legen Sie die erste Diskette in den Client-Rechner ein und geben Sie C:\>a:setup.exe ein.

Als Ergebnis sollten Sie den Bildschirm sehen, der in Abbildung 15.1 dargestellt ist.

Abb. 15.1: Installationsbildschirm für Microsofts Netzwerk-Client 3.0

Wenn Sie mit dem nächsten Bildschirm fortfahren, akzeptieren Sie den Standard-Installationsstandort C:\NET. Nachdem das Setup-Programm für einige Sekunden das System durchsucht hat, kehrt es mit einer Liste möglicher Treiber für Netzwerkkarten zurück, die Sie installieren können (siehe Abbildung 15.2).

Abb. 15.2: Einen Treiber für den Netzwerkadapter zur Installation auswählen

Dies kann der komplizierteste Teil der Installation sein. Wenn Sie Ihre bestimmte Netzwerkkarte nicht in der Liste sehen - und die Chancen sind hoch, dass sie sie nicht sehen -, suchen Sie den MS LanMan für DOS-Treiber für Ihre Karte. Ich verwende normalerweise die Standard-NDIS2-Treiber, die mit der Netzwerkkarte ausgeliefert werden. Das Setup-Programm für den Netzwerk-Cient versucht, eine Datei namens OEMSETUP.INF in dem Verzeichnis zu finden, das als Standort für die Kartentreiber designiert ist. Findet das Setup-Programm diese Datei nicht, beschwert es sich, dass es keine zulässigen Treiber gefunden hat. Dies kann etwas mühselig sein. Vielleicht brauchen Sie einige Versuche, aber es sollte möglich sein, Ihre Karte aus einer Liste von Treibern zu wählen, die gefunden wurden. Meine Netzwerkkarte ist in der Liste in Abbildung 15.3 dargestellt.

Abb. 15.3: Einen benutzerdefinierten Treiber für eine Netzwerkkarte zur Installation auswählen

Der nächste Schritt besteht darin, einen Benutzernamen zu spezifizieren, der standardmäßig verwendet wird. Dies dient tatsächlich mehr der Bequemlichkeit, da Sie immer einen anderen angeben können, wenn Sie sich tatsächlich in das Netzwerk einloggen.

Der nächste Bildschirm (siehe Abbildung 15.4) ermöglicht Ihnen die Änderung von Setup-Optionen vor der Installation. Über die Nameneinstellung können Sie den NetBIOS-Rechernamen und den Arbeitsgruppennamen für das Browsing sowie den Domänennamen ändern, der für die Authentifizierung benutzt wird, wenn die Option Logon to Domain aktiviert ist. Abbildung 15.5 zeigt die Standardeinstellungen für diese drei Werte. Ändern Sie diese in QUESO, CHIPSNDIPS bzw. CHIPSNDIPS.

Abb. 15.4: Der Bildschirm für die generelle Konfiguration des Netzwerk-Clients

Abb. 15.5: Der Bildschirm für die Einstellung des NetBIOS-Namens

Die Setup-Optionen sollte ich vielleicht etwas näher erklären. Die Einstellung in Abbildung 15.6 zeigt, dass Ihre Konfiguration den Full Redirector verwendet. Sie haben zwei Optionen. Der volle Netzwerk-Redirector ermöglicht Domänen-Logins - und ja, Sie können auch Login-Skripte erhalten - und benutzt etwa 100 Kbyte Speicher. Der Basis-Redirector benutzt wesentlich weniger Speicher, ermöglicht aber nur das Mounten von Druckerports und Netzwerklaufwerken. Der Basis-Redirector verlangt außerdem, dass Sie die Passwortverschlüsselung auf Ihrem Server aktivieren. Der volle Redirector unterstützt Klartext- und verschlüsselte Passwörter. Wählen Sie für den gegenwärtigen Zeitpunkt den vollen Redirector. Wenn Sie später feststellen, dass Sie die Menge des benutzten Speichers reduzieren müssen, können Sie das Setup-Programm erneut starten, um Ihre Einstellungen zu ändern.

Abb. 15.6: Der Bildschirm für die detaillierte Konfiguration des Netzwerk-Clients

Abbildung 15.7 zeigt die installierten Netzwerkkomponenten. Hier wählen Sie, welche Protokolle installiert werden sollen. Wie üblich, installieren Sie nur das TCP/IP-Protokolll und, wie immer, ist das Standardverhalten, etwas anderes zu installieren. Sie haben Ihre Netzwerkkarte bereits ausgewählt, also sollten Sie diese Einstellung jetzt nicht ändern müssen.

Abb. 15.7: Installierte Netzwerkkomponenten

Fügen Sie zunächst TCP/IP hinzu. Abbildung 15.8 zeigt die Liste verfügbarer Protokolle. Nachdem Sie das TCP/IP-Protokoll hinzugefügt haben, gehen Sie über die [Tab]-Taste zum NWLink-Eintrag, den Sie in Abbildung 15.9 sehen, und löschen Sie ihn, indem Sie die Option Remove benutzen, die auf dem Bildschirm gelistet ist. Bevor Sie zum vorherigen Bildschirm, der in Abbildung 15.4 dargestellt ist, zurückkehren, konfigurieren Sie manuell die Einstellungen für Ihre IP-Adresse und Subnetzmaske. Abbildung 15.10 zeigt die Standardwerte für die Netzwerkadressen. Die einzigen, die Sie hier betreffen, sind die Subnetzmaske, die IP-Adresse und Disable DHCP (setzen Sie den Wert auf 1). Wenn Sie über einen Router auf Hosts zugreifen müssen, können Sie außerdem ein Standard-Gateway spezifizieren.

Abb. 15.8: Liste verfügbarer Netzwerkprotokolle für die Installation

Abb. 15.9: Installierte Netzwerkkomponenten nach Hinzufügen des TCP/IP-Protokolls

Abb. 15.10: Liste der Standardwerte für Netzwerkadressen

Jetzt ist die Netzwerkkonfiguration korrekt, und Sie kehren zum Bildschirm in Abbildung 15.4 zurück. Nach Kopieren der notwendigen Dateien informiert Sie das Setup-Programm, dass alles erfolgreich abgeschlossen wurde und Sie den Rechner neu starten sollten, damit die neue Konfiguration in Kraft tritt.

Wenn der Rechner hochfährt, werden Sie aufgefordert, sich in das Netzwerk einzuloggen. Sie werden eine ähnliche Aufforderung wie meine sehen:

Type your user name, or press ENTER if it is Jerry:

Nachdem Sie [Return] gedrückt haben, werden Sie aufgefordert, Ihr Passwort einzugeben:

Type your password:*******

Danach sucht der DOS-Netzwerk-Client nach einer Passwort-Cache-Datei, um das angegebene Passwort darüber zu authentifizieren. Da Sie sich zum ersten Mal einloggen, findet er natürlich keine derartige Datei. Daher fragt er Sie, ob Sie eine erstellen wollen. Aufgrund meiner natürlichen Vorsicht gegenüber dem Zwischenspeichern von Passwörtern auf der Festplatte eines unsicheren Computers lehne ich ab:

There is no password-list for JERRY.
Do you want to create one? (Y/N) [N]:

Nachdem Sie informiert wurden, dass der Befehl erfolgreich beendet wurde, können Sie die Basisoptionen für den Befehl net.exe benutzen, um auf Laufwerke zuzugreifen und das Netzwerk zu browsen. Sie können z.B. über den Befehl net use ein freigegebenes Zip-Laufwerk von einem Windows-NT-4.0 oder auch einem Samba-Server mounten:

C:\> net use z: \\picante\zipdisk
Der Befehl wurde erfolgreich ausgeführt.

Der DOS-Netzwerk-Client hat jedoch das gleiche Problem wie der Windows-9x-Client. Alle Verbindungsversuche zu Servern benutzen den Login-Namen, der eingegeben wurde, als der Client auf dem Rechner gestartet wurde. Es gibt keine Methode, dies zu umgehen.

Die Netzwerk-Boot-Diskette erstellen

Sie haben jetzt einen funktionieren Netzwerk-Client auf der lokalen Festplatte und können damit beginnen, die Netzwerk-Boot-Diskette zu erstellen. Folgender Befehl erstellt eine einfache Boot-Diskette:

C:\> format a: /s

Nachdem die Systemdateien auf die Diskette übertragen wurden, erstellen Sie zwei Verzeichnisse, eins mit dem Namen DOS und das andere mit dem Namen NET. Das erste Verzeichnis wird alle notwendigen DOS-Utilities enthalten, wie z.B. Speichermanager, und das zweite alle notwendigen Dateien für den DOS-Netzwerk-Client.

Wenn Sie sich das \NET-Verzeichnis auf der lokalen Festplatte ansehen, werden Sie etwa 1,6 Mbyte Dateien finden. Das Auffinden der richtigen Dateien, die auf die Diskette kopiert werden müssen, kann aus mehreren Versuchen bestehen. Deshalb finden Sie die Dateien, die Sie auf der Diskette benutzen müssen, in Listing 15.1. Danach folgt Listing 15.2 mit der config.sys-Datei der Festplatte und Listing 15.3 mit der autoexec.bat-Datei.

Listing 15.1: Dateien auf der Netzwerk-Boot-Diskette

   Datenträger in Laufwerk A: hat keine Bezeichnung
   Datenträgernummer 2629-09D8

Verzeichnis von A:\

dos        <DIR>               02-01-99    2:20a
net        <DIR>               02-01-99    2:20a
autoexec  bat           245    02-01-99    2:40a
command   com        54,645    05-31-94    6:22a
config    sys           132    02-01-99    2:39a
    5 Datei(en)        55,022 Bytes

Verzeichnis von A:\DOS

.          <DIR>               02-01-99     2:20a
..         <DIR>               02-01-99     2:20a
format    com        22,974    05-31-94     6:22a
sys       com         9,432    05-31-94     6:22a
emm386    exe       120,926    05-31-94     6:22a
fdisk     exe        29,336    05-31-94     6:22a
vi        exe        46,130    01-24-96     2:23p
himem     sys        29,136    02-13-94     6:21a
    8 Datei(en)        257,934 Bytes

Verzeichnis von A:\NET
.          <DIR>               02-01-99     2:20a
..         <DIR>               02-01-99     2:20a
hosts                   715    08-31-94     7:37p
lmhosts                 817    08-31-94     7:36p
networks                395    08-31-94     6:52p
protocol                795    08-31-94     6:52p
services              5,973    05-08-95     2:34p
wfwsys    cfg           840    02-01-99    12:54a
netbind   com         8,513    08-31-94    12:00a
umb       com         3,325    08-31-94    12:00a
connect   dat            40    02-01-99     2:44a
ktc40     dos        49,057    07-21-95     7:31p
protman   dos        21,940    08-31-94    12:00a
nemm      dos         2,619    08-31-94    12:00a
tcpdrv    dos         4,174    08-31-94    12:00a
protman   exe        13,782    08-31-94    12:00a
emsbfr    exe         4,294    08-31-94    12:00a
nmtsr     exe        22,826    08-31-94    12:00a
ping      exe        66,460    08-31-94    12:00a
tcptsr    exe        71,040    08-31-94    12:00a
tinyrfc   exe        37,024    21-01-94     7:39p
net       exe       450,326    02-07-95    12:40p
system    ini           497    02-01-99     2:42a
protocol  ini           356    02-01-99     1:51a
tcputils  ini           233    08-31-94    12:00a
net       msg        76,234    03-03-95     7:11p
neth      msg       123,066    03-03-95     7:12p
shares    pwl           622    02-01-99    12:54a
ifshlp    sys         4,644    08-31-94    12:00a
    29 Datei(en)        970,607 Bytes
 
    42 Datei(en)      1,283,563 Bytes
                   18,432 Bytes frei

Listing 15.2: config.sys-Datei von der Netzwerk-Boot-Diskette

device=a:\dos\himen.sys
device=a:\dos\emm386.exe noems
dos=high,umb
files=99
buffers=45
lastdrive=z
device=a:\NET\ifshlp.sys

Listing 15.3: autoexec.bat-Datei von der Netzwerk-Boot-Diskette

@echo off
set prompt=$p$g
set dircmd=/l/oe/p
set copycmd=/v
set PATH=a:\NET;a:\dos

a:\NET\net initialize
a:\NET\netbind.com
a:\NET\umb.com
a:\NET\tcptsr.com
a:\NET\tinyrfc.exe
a:\NET\nmtsr.exe
a:\NET\emsbfr.exe
a:\NET\net start

Ich überlasse Ihnen die Entscheidung, was Sie mit dieser Diskette tun. Ich werde Ihnen von der Situation erzählen, die mich zum ersten Mal dazu brachte, eine dieser Disketten zu erstellen.

Wie ich schon vorher erwähnt habe, ist eine meiner Aufgaben an meinem Arbeitsplatz die Verwaltung mehrerer öffentlicher Computerlabors. Jedes Labor enthält Rechner mit homogener Hardware. Daher kann ich die Festplatten kopieren und sie einfach ohne große Probleme auf einen anderen Rechner übernehmen. Es gibt viele Software-Pakete für das Klonen von Festplatten. Sie können bis zu einem gewissen Grad sogar den Befehl xcopy benutzen. Das spezielle Paket, das ich benutze, ermöglicht es, dass eine gesamte Festplatte in eine einzelne Datei ausgegeben wird. Diese Dateien können recht groß sein und sich aufgrund von Updates und Korrekturen im Labor häufig ändern.

Ursprünglich benutzte ich ein beschreibbares CD-ROM-Laufwerk, um die Image-Datei auf eine CD-ROM zu kopieren, aber dies stellte sich als problematisch heraus. Seit ich über die notwendige Software gestolpert bin, kann ich einfach über das Netzwerk eine Image-Datei des Servers an jeden Rechner im Labor gleichzeitig erstellen (siehe Abbildung 15.11)! Wenn Sie bedenken, dass ein standardmäßig konfigurierter Rechner das Abbild in etwa 20 Minuten lädt und ein Labor fast 50 Rechner hat, können Sie sich vorstellen, wie viel Zeit ich gespart habe.

Abb. 15.11: Alle Rechner im Labor über eine Netzwerkverbindung gleichzeitig vom Server laden

DAVE 2.1 für das Macintosh-Betriebssystem

DAVE ist ein SMB-Client, der von Thursby Software Systems (http://www.thursby.com) entwickelt wurde und vertrieben wird. Mit DAVE können sich Ihre Macintosh-Rechner mit SMB-Servern verbinden. DAVE wird derzeit zum Einzelhandelspreis von 149 Dollar verkauft und funktioniert mit Windows NT, Windows 95, WfWg 3.11 (mit TCP/IP) und Samba.

Lassen Sie mich zunächst sagen, dass ich nicht jeden Tag einen Mac benutze, so dass mir das Herumspielen mit DAVE viel Spaß gemacht hat. Ich war sehr beeindruckt von der allgemeinen Einfachheit der Installation und den Konnektivitätsoptionen. Das sollte als farbenprächtige Broschüre reichen. Sie finden Produktbeschreibungen für den Thursby-Client auf der Website des Unternehmens. Jetzt sollten wir uns einige Konfigurationseinzelheiten ansehen.

Die minimalen Hardware- und Software-Anforderungen für DAVE sind:

Bevor Sie DAVE installieren, sollten Sie sicherstellen, dass Ihre TCP/IP-Konfiguration korrekt funktioniert.

DAVE installieren

Für dieses Beispiel habe ich eine Testversion von DAVE v2.1 von http://www.thursby.com/ heruntergeladen. Auf dem Client-System läuft Mac OS 7.6 mit 16 Mbyte RAM. Sie können auf Thursbys Website ein Formular ausfüllen, um einen temporären Registrierungsschlüssel zu erhalten. Sie können außerdem das Benutzerhandbuch (etwa 172 Seiten) im Adobe-Acrobat-Reader-Format herunterladen. Ich fand dies ebenfalls recht hilfreich.

Nachdem Sie die Client-Software heruntergeladen und extrahiert sowie den Registrierungsschlüssel bereit haben, können Sie DAVE installieren, indem Sie das Installer-Icon ausführen (siehe Abbildung 15.12), das sich im Ordner DAVE 2.1 befindet.

Nachdem Sie das Installationsprogramm gestartet und sich durch die Lizenzbestimmungen gearbeitet haben, kommen Sie zum DAVE-Installer-Fenster, das Sie in Abbildung 15.13 sehen. Für dieses Beispiel benutzen Sie Easy Install. Dieser Bildschirm bietet Ihnen auch die Möglichkeit, bestimmte Teile des Clients zu installieren oder die Software zu entfernen. Zusätzlich zum Client enthält DAVE SMB-Datei-und-Drucker-Freigabeunterstützung, so dass die Beziehung zweiseitig ist.

Abb. 15.12: Das Installer-Icon

Abb. 15.13: Das DAVE-Installer-Fenster für die Auswahl der Optionen

NetBIOS konfigurieren

Nachdem DAVE installiert ist, startet das Client-System neu. Nachdem es wieder hochgefahren ist, können Sie das NetBIOS-Interface konfigurieren. Sie können auf diese Einstellungen zugreifen, indem Sie im Menü Control Panels, das Sie im Apple-Menü finden, die Option NetBIOS wählen. Haben Sie bis jetzt noch keine Registrierungsinformationen für die Software eingegeben, werden Sie nun aufgefordert, Ihren Namen, Ihr Unternehmen und Ihre Lizenznummer anzugeben. Wenn Sie dies erledigt haben, sollten Sie den Bildschirm in Abbildung 15.14 sehen.

Abb. 15.14: Das DAVE-Fenster für die NetBIOS-Einstellungen

An diesem Punkt sollte Ihnen das Ganze vertraut erscheinen. Das Feld Name ist für den Computernamen, nicht für einen Benutzernamen. Workgroup ist die Arbeitsgruppe, die für Browsing-Zwecke verwendet wird. Es muss nicht die gleiche sein wie die Domäne, in die Sie sich später einloggen werden. Das optionale Feld Description entspricht dem Samba-Parameter server string. Definieren Sie außerdem manuell die IP-Adresse Ihres WINS-Servers. Diese Information könnte Sie auch von einem DHCP-Server erhalten.

Eine Sache, die DAVE bietet, ist die erweiterte Kontrolle über die NetBIOS-Einstellungen. Die Schaltfläche Info im NetBIOS-Kontrollfenster hat eine ähnliche Funktion wie der Windows-Befehl nbtstat.exe (siehe Abbildung 15.15). Über diese Schaltfläche können Sie Dinge sehen wie z.B. welche Namen lokal zwischengespeichert werden, welche Namen der Client registriert hat und welche NBT-Sitzungen aktiv sind. Über die Schaltfläche Admin können Sie z.B. die Scope-ID, den Knotentyp und verschiedene Zeit- und Wiederholungseinstellungen für die Namensregistrierung und -auflösung einrichten (siehe Abbildung 15.16).

Abb. 15.15: Registrierte Namen ansehen

Abb. 15.16: NetBIOS-Parameter einrichten

Wenn Sie fertig sind, schließen Sie das Fenster. Das Betriebssystem fordert Sie auf, Ihre Änderungen zu speichern. Wenn Sie aus der Windows-Welt kommen, sind Sie vielleicht überrascht, dass Sie den Computer nicht neu starten müssen, nachdem Sie diese Einstellungen definiert haben. Jedes Mal, wenn Sie Informationen in der Registerkarte Identifikation im Netzwerkdialogfeld in Windows 95 ändern, müssen Sie den Rechner neu starten, bevor die Änderungen in Kraft treten.

Einloggen und auf Server zugreifen

Wenn Sie auf Freigaben zugreifen, verhält sich DAVE mehr wie Windows NT als wie Windows 95, da DAVE es Ihnen ermöglicht, einen anderen Benutzernamen und ein anderes Passwort für die Verbindung zu einer Freigabe zu benutzen. Sie müssen sich jedoch zuerst über das DAVE-Access-Programm einloggen, das vom Apple-Menü gestartet werden kann. Abbildung 15.17 zeigt das Dialogfeld Network Logon, auf das Sie zugreifen können, indem Sie Log On aus dem Access-Menü wählen. Ich habe entschieden, mich in eine Domäne einzuloggen, die von einem Samba-Server kontrolliert wird. Natürlich würde es keinen Sinn ergeben, wenn das Login-Skript ausgeführt werden würde, aber DAVE unterstützt die Sprache AppleScript.

Abb. 15.17: Über DAVE in eine von Samba kontrollierte Domäne einloggen

Nachdem Sie sich erfolgreich eingeloggt haben, lässt DAVE Sie Freigaben von SMB-Servern mounten. Abbildung 15.18 zeigt das Fenster, das geöffnet wird, wenn Sie die Option Mount a Volume aus dem Access-Menü wählen. Das Beispiel zeigt die Einstellungen, die ich benutze, um mich mit dem Verzeichnis home an meinem Arbeitsplatz zu verbinden.

Abb. 15.18: Über DAVE eine SMB-Festplattenfreigabe mounten

Wenn Sie es vorziehen, über ein Interface, das der Windows-Netzwerkumgebung ähnlich ist, nach Freigaben zu suchen, ermöglicht Ihnen das Chooser-Fenster (siehe Abbildung 15.19) Browsing über AppleShare und SMB, wenn Sie sie installiert haben. Haben Sie den gewünschten Server und die Freigabe gefunden, unterstützt DAVE eine Funktion, die die Verbindung zur Freigabe beim Login wiederherstellt (siehe Abbildung 15.20), ähnlich wie eine Dauerverbindung unter Windows NT.

Abb. 15.19: Im Mac-Fenster Chooser können Sie das gesamte Netzwerk durchsuchen

Abb. 15.20: Eine Freigabe für die Wiederverbindung beim Login zuordnen

Drucker werden ganz ähnlich ausgewählt wie Festplattenfreigaben. Abbildung 15.21 zeigt das Fenster, das bei Verbindung zu einem entfernten Drucker geöffnet wird. Es ist notwendig, den Drucker im Chooser-Fenster unter dem Eintrag LaserWriter zu konfigurieren, damit die Netzwerkverbindung gespulte Druckaufträge akzeptiert. Abbildung 15.22 zeigt die Liste der Drucker. Der Eintrag mit dem Namen KUDZU Kryptonite ist der Drucker, auf den ich über DAVE zugreife. Sie sollten beachten, dass die Dokumentation für DAVE angibt, dass im Moment nur PostScript-Drucker unterstützt werden.

Abb. 15.21: Über DAVE mit einem entfernten Drucker verbinden

Abb. 15.22: Den zugeordneten Drucker für die Konfiguration auswählen

Zusammenfassung

Dieses Kapitel hat Ihnen zwei sehr verschiedene SMB-Clients vorgestellt. Microsofts DOS-Netzwerk-Client wird von verschiedenen Orten frei verteilt. Thursby Software Solutions Produkt DAVE ist eine kommerzielle Lösung für die Integration von Macitosh-Clients in ein SMB-basiertes Netzwerk.

Frage & Antwort

  1. Wenn ich versuche, über den MS-DOS-Netzwerk-Client mit dem Basis-Redirector ein Laufwerk von einem Samba-Server zu mounten, erhalte ich ständig eine Fehlermeldung, die besagt, dass das Passwort ungültig ist. Woran liegt das?

  1. Der Basis-Redirector des DOS-Clients überträgt nur den LanManager 24-Byte-Hashwert. Ist auf Ihrem Samba-Server die Passwortverschlüsselung nicht aktiviert, müssen Sie entweder den vollen Redirector von DOS benutzen oder die Verschlüsselung von Passwörtern auf Ihrem Server aktivieren.

  1. Ich scheine Probleme mit der Benutzung von DAVE 2.1 und Samba 2.0 zu haben. Keine der Dateien auf dem Samba-Server wird angezeigt.

  1. Der Grund hierfür liegt darin, dass Samba sein Dateisystem als NTFS angibt. Die Einstellung fstype = Samba in Ihrer smb.conf sollte das Problem lösen.

Neue Begriffe

NDIS2 - Version 2 der Network Desktop Interface Specification. Diese erstellt ein definiertes Interface zwischen der Hardware und dem höher gelegenen Netzwerkprotokoll, das Hersteller verwenden können, um konforme Gerätetreiber für Netzwerkkomponenten zu schreiben. Es gibt auch eine Version 3 dieser Spezifikation, die NDIS3 genannt wird.

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